Afrika

El Gouna: Die schönsten Spots zum Schnorcheln

El Gouna liegt rund 25 Kilometer nördlich von Hurghada und wurde 1989 auf mehreren Sandbänken einer Lagune errichtet, weshalb der Ort bis heute den Beinamen „Venedig Ägyptens“ trägt. Kanäle durchziehen die Stadt, Boote legen direkt an privaten Stegen an, und das Rote Meer beginnt praktisch vor der Haustür. Wer schnorcheln möchte, findet hier eine seltene Kombination: intakte Riffe in Strandnähe, ruhige Lagunen für Einsteiger und Ausflugsboote, die in weniger als einer Stunde an entlegene Riffsysteme bringen.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis November, da Lufttemperaturen und Wassertemperaturen dann am ausgewogensten sind
  • Wassertemperatur: je nach Saison zwischen 22 °C und 31 °C, ganzjähriges Schnorcheln ohne Neoprenanzug möglich
  • Top-Spots: Dolphin House, Giftun Island, Shaab El Erg sowie die Hausriffe von Mövenpick und Sheraton Miramar
  • Besonderheit: hohe Wahrscheinlichkeit auf Meeresschildkröten in den küstennahen Seegraswiesen

Wo Sie in El Gouna am besten schnorcheln können

Die Küste vor El Gouna fällt extrem flach ab, was für Familien mit kleinen Kindern von Vorteil ist, aber auch bedeutet, dass man für tieferes Wasser oft mehrere hundert Meter waten muss. Genau deshalb hat sich vor Ort ein dichtes Netz an Tagesausflügen mit Booten etabliert, die Schnorchler gezielt zu vorgelagerten Riffen bringen. Wer lieber ohne Bootsfahrt ins Wasser möchte, sollte auf ein Resort mit eigenem Hausriff setzen, denn nicht jeder Strandabschnitt bietet direkten Zugang zu Korallen.

Ein zweiter Faktor ist die Windrichtung. Die Riffe an der Ostseite der Lagune liegen geschützter, während offenere Bereiche bei Windkite-Bedingungen schnell unruhig werden. Ortskundige Guides kennen diese Wechsel der Sichtbedingungen und passen die Tourenziele entsprechend an, was bei einer Buchung vor Ort durchaus einen Nachfrage-Anruf wert ist.

Die schönsten Riffe und Buchten im Überblick

Innerhalb und außerhalb der Lagune gibt es eine ganze Reihe an Spots, die sich in Distanz, Schwierigkeitsgrad und Tierwelt deutlich unterscheiden. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten zusammen, bevor im Anschluss einzelne Punkte vertieft werden.

  • Dolphin House (Sha’ab Sabina): Das bekannteste Ausflugsziel der Region, benannt nach einer ansässigen Gruppe von Großen Tümmlern. Boote starten meist früh morgens, da die Delfine dann aktiver sind. Das Riff selbst fällt steil ab und bietet neben den Delfinen auch Weichkorallen in guter Erhaltung.
  • Giftun Island: Zwei vorgelagerte Inseln südlich von Hurghada mit türkisfarbenen Buchten und einem der artenreichsten Riffe der Region. Wegen der etwas größeren Entfernung wird der Spot meist im Rahmen eines ganztägigen Bootsausflugs angefahren.
  • Shaab El Erg: Ein rund 20 Kilometer vor der Küste liegendes Riffsystem, das ebenfalls für Delfinsichtungen bekannt ist. Die Sichtweiten liegen hier oft über 20 Meter, was das Riff auch bei erfahrenen Schnorchlern beliebt macht.
  • Hausriff Mövenpick Resort: Ein direkt vom Steg erreichbares Riff mit dichtem Fischbestand, ideal für alle, die ohne Bootsfahrt schnorcheln möchten.
  • Hausriff Sheraton Miramar: Ähnlich zugänglich wie beim Mövenpick, allerdings mit einer sanfter abfallenden Riffkante, die sich besonders für Anfänger eignet.
  • Moods Beach: Ein öffentlich zugänglicher Strandabschnitt mit kurzem Schwimmweg zum Riff und guter Grundausstattung für Tagesgäste.
  • Tawila Island: Eine ruhigere, weniger überlaufene Insel mit klarem Wasser, die sich vor allem für Gäste eignet, die dem Massentourismus etwas entgehen möchten.
  • Seegraswiesen entlang der Küste: Kein klassisches Riff, aber ein verlässlicher Ort für Begegnungen mit Meeresschildkröten, die dort regelmäßig beim Fressen beobachtet werden können.
Spot Entfernung ab El Gouna Schwierigkeit Besonderheit
Dolphin House ca. 45–60 Min. per Boot Mittel Delfine, steile Riffkante
Giftun Island ca. 60–90 Min. per Boot Mittel bis fortgeschritten Hohe Artenvielfalt
Shaab El Erg ca. 60 Min. per Boot Mittel Gute Sichtweiten, Delfine
Hausriff Mövenpick direkt vom Steg Einsteiger Kein Bootstransfer nötig
Hausriff Sheraton Miramar direkt vom Steg Einsteiger Flach abfallendes Riff
Tawila Island ca. 30–45 Min. per Boot Einsteiger bis Mittel Ruhig, wenig Touristen

Schnorchelausflüge ab El Gouna: Bootstouren und Anbieter

Die meisten Anbieter starten ihre Touren direkt aus der Marina von El Gouna oder holen Gäste per Shuttle in Hurghada ab. Halb- und Ganztagesausflüge sind die gängigsten Formate, wobei Ganztagestouren in der Regel zwei bis drei unterschiedliche Riffe anfahren und Mittagessen an Bord einschließen. Wichtig ist ein Blick auf die Gruppengröße des Bootes, denn kleinere Yachten mit maximal zwölf Personen bieten deutlich entspannteres Schnorcheln als große Ausflugsschiffe mit hundert Gästen an Bord.

Private Charter lohnen sich vor allem für Familien oder Kleingruppen, die selbst entscheiden möchten, welche Riffe angesteuert werden. Der Aufpreis gegenüber Gruppentouren liegt meist deutlich über dem Standardpreis, dafür entfällt das typische Gedränge am Ankerplatz, das an belebten Spots wie Dolphin House in der Hochsaison durchaus vorkommt.

schnorchel bootstour
V.Semeniuk/shutterstock.com

Beste Reisezeit und Wassertemperatur

Die Wassertemperatur in El Gouna schwankt zwischen etwa 22 °C im Winter und bis zu 31 °C in den Sommermonaten Juni bis August. Für reines Badevergnügen reicht damit ganzjährig ein normaler Badeanzug, ein dünner Shorty lohnt sich lediglich bei längeren Touren im Winter. Als klimatisch günstigstes Zeitfenster gelten April bis Juni sowie September bis November, da die Lufttemperaturen dann selten über 35 °C steigen und gleichzeitig angenehme Wasserbedingungen herrschen.

Die Sommermonate Juli und August bringen zwar die wärmste Luft- und Wassertemperatur, gelten aber wegen der teils extremen Mittagshitze als anstrengender für Aktivitäten an Land. Wer ausschließlich im Wasser Zeit verbringen möchte, kommt mit dieser Jahreszeit trotzdem gut zurecht, da die Riffe unabhängig von der Lufttemperatur ganzjährig aktiv sind.

Ausrüstung, Sicherheit und typische Anfängerfehler

Wer zum ersten Mal am Roten Meer schnorchelt, unterschätzt häufig die Kombination aus starker Sonneneinstrahlung und stundenlangem Aufenthalt im Wasser. Ein durchdachtes Ausrüstungs- und Verhaltenskonzept verhindert die häufigsten Probleme, bevor sie überhaupt entstehen.

  • Rash Guard statt Sonnencreme allein: Ein UV-Shirt schützt Rücken und Schultern zuverlässiger als jede Sonnencreme, die im Salzwasser ohnehin schnell abgewaschen wird. Gerade bei mehrstündigen Bootsausflügen ist das der entscheidende Unterschied zwischen einem entspannten Tag und einem schmerzhaften Sonnenbrand am Abend.
  • Mineralische statt chemische Sonnencreme: Viele Riffe im Roten Meer leiden bereits unter Korallenbleiche, chemische Filter wie Oxybenzon verschärfen dieses Problem zusätzlich. Mineralische Alternativen sind für Riffe deutlich verträglicher.
  • Schnorchelweste bei längeren Strecken: Auch geübte Schwimmer unterschätzen die Strömung an offenen Riffkanten. Eine leichte Weste kostet kaum Bewegungsfreiheit, verhindert aber Erschöpfung auf dem Rückweg zum Boot.
  • Abstand zu Korallen und Meerestieren: Ein unbedachter Flossenschlag reicht aus, um Jahrzehnte altes Korallenwachstum zu zerstören. Erfahrene Guides empfehlen mindestens einen Meter Abstand zu jeder Struktur am Riffboden.
  • Genug Trinkwasser einplanen: Die trockene Wüstenluft entzieht dem Körper mehr Flüssigkeit, als viele Urlauber erwarten, selbst wenn man die meiste Zeit im Meer verbringt. Ein eigener Wasservorrat an Bord ist deshalb keine Nebensächlichkeit.
  • Einstieg über flache Bereiche meiden: Da die Küste vor El Gouna sehr flach abfällt, kann barfüßiges Waten über Steinkorallen zu schmerzhaften Schnittverletzungen führen. Neoprensocken oder Badeschuhe sind hier keine Kür, sondern sinnvolle Grundausstattung.
  • Frühe Startzeiten bevorzugen: Wind und Wellengang nehmen im Tagesverlauf oft zu, während Sichtweiten am Morgen meist am besten sind. Wer die Wahl hat, sollte deshalb Frühausflüge den Nachmittagstouren vorziehen.
unterwasserwelt in el gouna
Rob Atherton/shutterstock.com

Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Wo kann man in El Gouna am besten schnorcheln?

Zu den bekanntesten Zielen zählen Dolphin House, Giftun Island und Shaab El Erg, die alle per Bootsausflug erreichbar sind. Wer ohne Bootsfahrt schnorcheln möchte, findet an den Hausriffen des Mövenpick Resorts und des Sheraton Miramar direkten Zugang vom Strand aus. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob Delfinsichtungen, Artenvielfalt oder kurze Wege wichtiger sind.

Ist El Gouna auch für Schnorchel-Anfänger geeignet?

Ja, die geschützten Lagunen und flach abfallenden Hausriffe eignen sich gut für Einsteiger und Kinder. Wellen und Strömung sind in den geschützten Bereichen meist moderat, während anspruchsvollere Riffe wie Giftun Island eher für geübte Schwimmer geeignet sind. Eine Schnorchelweste erleichtert den Einstieg zusätzlich.

Kann man mit Delfinen schnorcheln?

An Spots wie Dolphin House und Shaab El Erg sind Sichtungen von Großen Tümmlern regelmäßig möglich, eine Garantie gibt es allerdings nicht. Seriöse Anbieter halten Abstand zu den Tieren und verzichten auf aktives Anschwimmen, um Stress für die Delfine zu vermeiden. Die besten Chancen bestehen meist in den frühen Morgenstunden.

Welche Wassertemperatur hat das Meer?

Die Wassertemperatur bewegt sich ganzjährig zwischen etwa 22 °C im Winter und bis zu 31 °C in den Sommermonaten. Damit zählt El Gouna zu den wärmeren Schnorchelzielen am Roten Meer, ein Neoprenanzug ist selbst im Winter meist nicht zwingend nötig. Für längere Touren empfiehlt sich trotzdem ein dünner Shorty gegen Auskühlung.

Fazit

El Gouna verbindet leicht erreichbare Hausriffe mit Bootsausflügen zu Riffen wie Dolphin House oder Giftun Island und deckt damit sowohl Einsteiger als auch erfahrene Schnorchler ab. Die beste Kombination aus Wetter und Wassertemperatur bieten die Monate April bis Juni sowie September bis November, während geschützte Lagunen ganzjährig ruhige Bedingungen für Familien schaffen.